Worum es geht
Was „Dackellähme" bedeutet
Die Bandscheiben geben nach, drücken auf das Rückenmark — und der Hund verliert die Kontrolle über seine Hinterbeine.
Fachlich heißt das Diskopathie oder IVDD. Sie führt zu massiven Schmerzen, zu neurologischen Ausfällen und im schlimmsten Fall zur Lähmung. Im Sinne des Tierschutzgesetzes ist das ein schweres Leiden.
Die Veranlagung dazu hängt mit der Chondrodysplasie zusammen — jener Eigenheit des Knorpelwachstums, die dem Dackel seine kurzen Beine gibt. Sie gehört zur Rasse. Was nicht dazugehören muss, ist die Übertreibung: ein immer längerer Rücken, ein immer tieferer Körper, immer weniger Muskeln, die ihn tragen.
Bemerkenswert daran ist: Das Rassebild selbst verlangt etwas anderes. Beschrieben wird der Teckel als ursprünglich in Deutschland gezüchteter Jagdhund für die Arbeit über und unter der Erde — mit einer niedrigen, langgestreckten, aber kompakten und sehr muskulösen Gestalt, die ihm flinkes Arbeiten in engen Bauen ermöglicht. Ein Hund also, der arbeiten soll. Nicht einer, der möglichst lang ist.
Der Ansatz
Gezüchtet wird auf den Körper, der den Rücken trägt
Kompakt statt extrem lang
Selektiert wird auf einen kompakten, gut bemuskelten Körperbau ohne extreme Rückenlänge. Nicht die Rasse wird verkürzt — die Übertreibung wird herausgezüchtet.
Der Tierarzt schaut hin, statt zu scannen
Beurteilt werden Gangbild, Rückenlinie, Bemuskelung und ein neurologischer Kurzcheck. Ein MRT oder CT für jedes Zuchttier wäre finanziell nicht tragbar und damit unverhältnismäßig — die klinische Untersuchung leistet hier mehr, weil sie überhaupt stattfindet.
Wer Anzeichen zeigt, wird nicht eingesetzt
Schmerzhaftigkeit, Ataxie, ein instabiler Rücken, schwache Bemuskelung — oder ein bereits operierter Bandscheibenvorfall: In all diesen Fällen ist die Zucht ausgeschlossen. Eine extreme Veranlagung soll nicht weitergegeben werden.
Was sich per Gentest klären lässt, wird getestet
Für die Augenerkrankung crd-PRA, die unweigerlich zur Erblindung führt, und beim Rauhaar für die Glasknochenkrankheit gibt es günstige, eindeutige DNA-Tests. Trägertiere dürfen nur mit genetisch freien Partnern verpaart werden — so entstehen keine kranken Welpen, und der Genpool bleibt trotzdem breit.
Zur Einordnung
Drei Größen, drei Haararten
Beim Dackel wird die Größe nicht über die Schulterhöhe bestimmt, sondern über den Brustumfang. Gemessen wird also dort, wo der Körper tatsächlich Volumen hat.
| Größe | Brustumfang | Haararten |
|---|---|---|
| Teckel | über 35 cm | Kurzhaar, Rauhaar, Langhaar |
| Zwergteckel | über 30 bis 35 cm | Kurzhaar, Rauhaar, Langhaar |
| Kaninchenteckel | bis 30 cm | Kurzhaar, Rauhaar, Langhaar |
Vor dem Kauf
Woran Sie erkennen, dass jemand darauf achtet
Seit 2025 verlangt das österreichische Tierschutzgesetz von Züchtern ein bewertetes Qualzucht-Präventionskonzept je Rasse. ZEUS begleitet Züchter durch diesen Prozess — bis zur Einreichung bei der Qualzucht-Kommission der Veterinärmedizinischen Universität Wien.
Beim Dackel wird dafür tierärztlich untersucht und schriftlich befundet: Wirbelsäule und Gangbild, Augen, Gebiss und Kieferstellung, dazu die Gentests. Auch die Farben Merle — beim Dackel „Tiger" — und die Farbverdünnung „Blau" unterliegen strengen Zuchtregeln, weil sie bekannte Gesundheitsrisiken tragen.
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